FINANCIALS & BUSINESS Geschäftsentwicklung

Rückblick auf 2019

In einem anspruchsvollen Umfeld bleibt ZF auf einem stabilen Kurs. Die zum Halbjahr 2019 angepassten wirtschaftlichen Zielwerte wurden erreicht. Dabei investierte ZF weiter intensiv in die Zukunftstechnologien.

36,5Mrd. €

UMSATZERLÖSE

4,1%

BEREINIGTE EBIT-MARGE

803Mio. €

BEREINIGTER FREE CASHFLOW

22%

EIGENKAPITALQUOTE

Konzernumsatz nahezu auf Vorjahresniveau

Die globale Konjunktur und insbesondere die Konjunktur in der Automobilindustrie entwickelten sich 2019 schwächer als erwartet. Dementsprechend passte ZF seine Prognose zum Halbjahr 2019 an: Die angepasste Prognose zielte auf einen Umsatz zwischen 36 und 37 Mrd. €, ein bereinigtes EBIT zwischen 4 und 5 % und auf einen Free Cashflow zwischen 0,5 bis 1,0 Mrd. €.

Mit 36,5 Mrd. € blieben die Umsatzerlöse leicht hinter dem Vorjahr zurück. Das bereinigte EBIT erreichte 1,5 Mrd. €. Das entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 4,1 %. Dass dieser Wert am unteren Ende des Planungskorridors liegt, erklärt sich aus höheren Forschungs- und Entwicklungskosten, Anlaufkosten für neue Werke im Wesentlichen für E-Mobility und den zu Jahresbeginn auf Wachstum ausgerichteten Kostenstrukturen. Die Bereinigung betrifft Sondereinflüsse aus der Kaufpreisallokation der TRW-Akquisition, Restrukturierungs- sowie M&A-Kosten. Der bereinigte Free Cashflow betrug 803 Mio. €. Die Bereinigungen beziehen sich auf M&A-Aktivitäten und Wertpapieranlagen.

Erwerb von WABCO stärkt Systemkompetenz im Nutzfahrzeugbereich

Einen wichtigen Baustein für den weiteren Entwicklungsweg lieferte 2019 die Einleitung der Akquisition der WABCO Holdings Inc. (WABCO). Der geplante Erwerb von WABCO wurde zunächst über einen Konsortialkreditvertrag in Höhe von 7,3 Mrd. € abgesichert. Teile dieses Finanzierungspakets sind zwischenzeitlich über den Kapitalmarkt refinanziert.

Investitionen weiter ausgebaut

Trotz der anspruchsvollen Marktentwicklung setzte ZF 2019 die Umsetzung der Strategie fort und investierte weiter in Zukunftstechnologien. Sachanlageinvestitionen wurden in Höhe von 1,9 Mrd. € getätigt. Das entspricht einer Investitionsquote von 5,2 %.

Die Mittel flossen sowohl in das traditionelle Geschäft wie Getriebeanwendungen (einschließlich Hybridisierungen), Achssysteme, Elektronik, Dämpfermodule, Bremsen, Lenkungen und Sicherheitstechnik als auch in neue Technologiefelder wie die E-Mobilität und das autonome Fahren. Darüber hinaus investierte der Konzern in den Aufbau und die Erweiterung von Produktions- und Entwicklungsgebäuden an bestehenden Standorten. In Forschung und Entwicklung investierte der Konzern 2,7 Mrd. € (Vorjahr: 2,5 Mrd. €). Das entspricht einer Quote von 7,3 %.

Bilanzsumme steigt, Eigenkapitalquote weiter auf solidem Niveau

In Verbindung mit den Kapitalmarkttransaktionen zur Finanzierung des geplanten Erwerbs von WABCO und einem Anstieg der Pensionen stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahreswert um 16,7 % auf 32,4 Mrd. €. Das Eigenkapital verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswert leicht auf 7,1 Mrd. €. Die Eigenkapitalquote betrug 22,0 %.

ZF steht mit einer langfristig ausgerichteten Finanzierung sowie bestätigten und ungenutzten Kreditlinien in Höhe von 6,1 Mrd. € auf einem soliden finanziellen Fundament.

FINANCIALS & BUSINESS GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Ausblick Auf 2020

Der Konzern wird weiter neue Märkte besetzen, zukunftsfähige Produkte einführen und seine Technologieführerschaft durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung untermauern. Die wirtschaftlichen Daten hängen stark von der Entwicklung des Umfelds ab.

Stabile Entwicklung der Gesamtwirtschaft, Risiken bleiben erheblich

Nach einer spürbaren Konjunkturabschwächung im abgelaufenen Geschäftsjahr wird sich das globale Wachstum im Jahr 2020 voraussichtlich bei 3,1 % stabilisieren. In den entwickelten Volkswirtschaften wird die Produktion voraussichtlich um 1,5 % wachsen. Während für den Euroraum eine stabile Entwicklung von 1,2 % erwartet wird, zeichnet sich für die US-Wirtschaft ein allmählicher Rückgang des Wachstums auf 1,7 % ab. Die Wirtschaftsentwicklung Chinas wird sich, auch infolge des Coronavirus, auf spürbar unter 6 % abschwächen. Die Konjunktur gefährdende Faktoren sind eine Verschärfung der Handelskonflikte, ein No-Deal-Brexit sowie eine länger andauernde Verbreitung des Coronavirus.

Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet

Unter der Annahme der beschriebenen Marktentwicklung und stabiler Währungskurse erwartet ZF für 2020 einen Konzernumsatz in der Größenordnung zwischen 35 Mrd. € und 37 Mrd. €. Die Umsatzprognose basiert auf einer flachen Entwicklung der für ZF relevanten Märkte. Die bereinigte EBIT-Marge wird voraussichtlich zwischen 4,0 % und 4,5 % liegen. Aufgrund der geplanten Entwicklung des operativen Geschäfts, der beabsichtigten Investitionstätigkeit sowie der Fortsetzung des konsequenten Working-Capital-Managements wird für 2020 ein um Unternehmenskäufe und -verkäufe bereinigter Free Cashflow zwischen 0,5 Mrd. € und 1 Mrd. € angestrebt.

Der geplante Unternehmenskauf von WABCO ist in den Prognosewerten nicht berücksichtigt.

ZF bleibt in der Summe auf einem guten Weg

Gestützt durch das Vertrauen der Kunden, die kooperative Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Geschäftspartner sowie die engagierten und qualifizierten Mitarbeiter mit hoher Leistungs- und Veränderungsbereitschaft kann sich ZF den bevorstehenden Herausforderungen stellen und optimistisch in die Zukunft blicken.

FINANZIELLE PROGNOSEKENNZAHLEN

PROGNOSE 2020 BERICHTET 2019
Umsatz in Mrd. € 35 – 37 36,5
Bereinigte EBIT-Marge in % 4,0 – 4,5 4,1
Bereinigter Free Cashflow in Mio. € 500 – 1.000 803